Selbstsicht, Fremdsicht und das verborgene Ich
Wer kennt das nicht: Das Ich von heute unterscheidet sich deutlich von dem Menschen, der ich vor 15 Jahren war. Und wer alt genug ist, 30 Jahre zurückzuschauen, weiß: Da haben sich nicht nur Meinungen, sondern auch Werte und Prioritäten verschoben. Doch so sehr wir uns auch verändern – vieles von dem, was uns heute wichtig ist, war schon damals in uns angelegt. Und vieles, das wir damals gelebt oder gefühlt haben, schlummert vielleicht noch immer tief in uns. Selbst wenn wir bestimmte Gewohnheiten, Überzeugungen oder Leidenschaften längst vergessen haben: Sie sind nicht verschwunden. Sie warten nur darauf, wieder geweckt zu werden. Veränderung ist das einzig Beständige, sagt man. Aber Veränderung bedeutet nicht, dass wir uns komplett neu erfinden. Vielmehr ist es ein Prozess des Entdeckens und Wiederentdeckens. Das Beste in uns herauszuholen – das ist vielleicht die eigentliche Aufgabe unseres Lebens. Erinnerungen, die uns führen Manchmal verlieren wir den Fokus. Krankheiten, Schi...